31.05.2020

Seid herzlich gegrüßt!

Weshalb Pfingsten in Deutschland ein Fest mit einem zusätzlichen Feiertag ist und was da überhaupt gefeiert wird, ist oft nicht nur für Kirchenferne rätselhaft. Feste mit doppelten Feiertagen sind ja besonders wichtige Feste, die für unseren Glauben eine große Bedeutung haben. Weihnachten – die Sehnsucht Gottes nach uns Menschen lässt Gott selbst Mensch werden, um uns nahe zu kommen. Ostern – die Liebe Gottes zu uns Menschen macht selbst vor dem Tod nicht halt, sie reicht über den Tod hinaus und schenkt uns ewige Gemeinschaft mit Gott. Und Pfingsten? – Gott sendet seinen Heiligen Geist zu uns Menschen, um uns näher zu kommen als je zuvor. Und hier steigen viele Menschen aus.

Warum sollen sie außer an Gott und Jesus Christus auch noch an den Heiligen Geist glauben? Es ist ja auch schwer zu verstehen, wer oder was dieser Geist wirklich ist. Unter “Geist” versteht die deutsche Sprache die unterschiedlichsten Dinge, angefangen von einem Gespenst bis hin zur menschlichen Intelligenz. Doch mit dem Heiligen Geist ist vermutlich weder das eine noch das andere gemeint. Doch was genau ist gemeint? Und was genau ist damals passiert?

Lesen wir zunächst einmal in der Apostelgeschichte, was berichtet wird:

 

Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle beieinander an einem Ort. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt und wie von Feuer, und setzten sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen zu reden eingab. Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als nun dieses Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde verstört, denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden. Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, Galiläer? Wie hören wir sie denn ein jeder in seiner Muttersprache die großen Taten Gottes verkünden. Sie entsetzten sich aber alle und waren ratlos und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Andere aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll süßen Weins. (Apostelgeschichte 2, 1-8.11b-13)

 

Hier gibt es ein paar weitere Gedanken.

 

Lasst uns gemeinsam beten:

Guter Gott, vom Feuer und Sturm und der anfänglichen Begeisterung der ersten Christen ist heute oft nur noch wenig in unseren Kirchen zu spüren. Uns fehlt eine Erfahrung, die uns hinausstürmen lässt aus unseren Versammlungen, um den Menschen von Jesus zu erzählen und davon, wie sich mit ihm das Leben verändert. Wir bitten dich, erfülle deine Kirche neu mit deinem Heiligen Geist. Erfülle uns neu mit deinem Heiligen Geist. Inspiriere uns, beflügle uns, deine Liebe, die wir selbst erfahren, an andere weiterzugeben.

 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name
Dein Reich komme
Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden
Unser tägliches Brot gib uns heute
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit
Amen

 

Gott segne und behüte Euch auf euren Wegen in der kommenden Woche!

Eure Pfarrerin Kathrin Douglass