März 2021

Wenn eine Krise über uns hereinbricht, unterbricht sie mit Wucht unser normales Leben. Davon können wir inzwischen alle ein Lied singen.

Sie greift an persönlichen oder allgemeinen Schwachstellen an. Sie zerstört mein aufgebautes Verhältnis zu mir selbst, zur Welt und häufig zu anderen Menschen. Auf die Welt, wie ich sie bisher wahrgenommen habe, ist kein Verlass mehr.

Gelingt es mir jedoch, ein neues Verhältnis zu mir selbst, zur Welt und zu den anderen zu entwickeln, kann ein neuer Aufbruch folgen. Die Situation steht auf der Kippe und kann gut oder schlecht ausgehen. Eine Krise ist oft eine Kombination von Gefahr und Chance. Sie kann kreative Kräfte freisetzen und Menschen bewegen, aus dem Hamsterrad des Lebens auszusteigen und neue Gewohnheiten zu entwickeln. Es gibt allerdings auch zerstörerische Krisen, die sich nicht als Chance verstehen lassen. Dennoch glaube ich fest, Gott ist der Herr über jede Krise.

Die Bibel erzählt uns von Hagar und ihren existenziellen Krisen. Hagar ist eine ägyptische Sklavin in einer patriarchalischen Gesellschaft. Sie muss die Rolle der Leihmutter für ihre Besitzerin Sarai und das Sippenoberhaupt Abram einnehmen. Dies an sich ist aus unserer heutigen Perspektive eine extreme Krisensituation, der Hagar völlig ausgeliefert ist. Als Hagar ein Kind von Abram erwartet, widersetzt sie sich Sarai und wird von ihr schlecht behandelt. Zweimal endet Hagars Weg in einer ausweglosen Krise: Einmal flieht sie selbst schwanger in die Wüste, ein zweites Mal wird sie mit ihrem Kind in die Wüste geschickt. Beide Male begegnet ihr Gott. Beide Male wird sie gerettet. Welche Wege aus der Krise zeigt die Geschichte?